Die Steinlaus - kleines Tier mit großer Wirkung


Wahrscheinlich wäre sie längst in Vergessenheit geraten, hätte Loriot alias Prof. Grzimek sie uns nicht nachdrücklich in Erinnerung gerufen: die Steinlaus, ihres Zeichens das kleinste Nagetier unserer Heimat. Obwohl nur mit vieltausendfacher Vergrößerung unter dem Mikroskop erkennbar, entwickelt die Steinlaus laut Prof. Grzimek einen erstaunlichen Appetit: Rund 28 kg Beton und Ziegelsteine, so der Professor, benötige eine männliche Steinlaus pro Tag, wodurch manche Gebäude durch Befall von Steinläusen etwas instabil geworden seien. Inzwischen sei die Steinlaus bis auf wenige Exemplare im Zoo jedoch ausgerottet, woran Grzimek übertriebener menschlicher Hygiene die Schuld gibt.

Die Steinlaus als Video auf YouTube

Vico von Bülow alias Loriot ist es zu verdanken, dass wenigstens einige Filmaufnahmen einer echten Steinlaus für die Nachwelt erhalten bleiben, die auch auf YouTube zu finden sind. Die Bilder stimmen traurig, denn die Steinlaus ist ein possierliches Wesen mit kräftigen Zähnen, ohne das die Welt in jedem Fall ärmer ist. Man erkennt schlagartig: Sollte eine Nachzucht der Steinlaus auf lange Sicht scheitern, so ist damit auch die Chance vertan, den Bundestag auf schonend-biologische Weise entsorgen zu können.

Die Steinlaus in der Literatur

Es ist ebenfalls dem unermüdlichen Einsatz von Loriot zu verdanken, dass die Steinlaus trotz ihrer geringen Größe Eingang in die Literatur gefunden hat, zumindest in gezeichneter Form. So setzte er dem kleinen Tierchen ein ewiges Denkmal in seinem Buch »Möpse und Menschen« sowie in weiteren Büchern. Diese selbstlosen Taten des großen Humoristen würdigten wiederum die Herausgeber des Pschyrembel, indem sie der Steinlaus einen eigenständigen Artikel widmeten und ihr endlich eine würdige lateinische Bezeichnung gaben: Petrophaga lorioti.

Das Erbe der Steinlaus

Loriot ist der Entdecker der Steinlaus und hat sich um das Tierchen verdient gemacht, keine Frage. Deshalb wird er sogar oft als »Erfinder« der Steinlaus bezeichnet, was jedoch grundfalsch ist. Loriot war vielmehr der Pionier der modernen Steinlausforschung und erkannte als Erster die Bedeutung des kleinen Nagers. Es sollte deshalb durch die Nachwelt nicht versäumt werden, die Herausforderung anzunehmen und die Erinnerung an die Steinlaus lebendig zu halten. Ob Textartikel, Bild oder eigenes Blog, kleine Animation oder großes, dramatisches Theater: Es gilt, jede Gelegenheit zu nutzen, der Steinlaus ein verdientes Denkmal zu setzen. Wir, die Nachgeborenen, sollten eine kraftvolle Antwort auf die schändliche Behandlung und rücksichtslose Bekämpfung geben, die die Steinlaus durch Menschenhand erfahren hat.

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